Unverpackt Lübeck – Kann man als Familie plastikfrei Leben?

Jetzt war es im Dezember wirklich sehr Piano auf dem Blog. Es war so viel los und nun sind Ferien und ich habe endlich mal wieder Zeit und Muße zum Schreiben. Die meisten Blogger legen jetzt ihre wohlverdiente  Weihnachtspause ein, meine hatte ich schon in die Vorweihnachtszeit vorverlegt. Viele neue Ideen sind entstanden und von einigen alte Ideen möchte ich euch auch noch berichten.

Wie von meinem Besuch bei „Unverpackt Lübeck“, den Laden habe ich im Herbsturlaub besucht. Das ist schon ein Weilchen her, aber für mich ein brandaktuelles Thema im Alltag. Ich – und damit auch zwangsläufig meine Familie – versuche auf Plastik so gut es geht zu verzichten. Beim Kochen, beim Einkaufen, beim Duschen, aber es ist ein Kunststück, welches mir nicht immer gelingt. Schaue ich mich in unserem Wohnzimmer um, springen mir gleich drei Gegenstände aus Plastik ins Auge, das Babyphone, die Legokiste und der Plastikdeckel der Glasdose. In den Schränken versteckt sich noch mehr, wie im Kühlschrank und im Badezimmer. Bei Spielzeug wie Lego und Playmobil sind wir nicht so streng und versuchen uns Teile zu leihen oder öfter gebraucht zu kaufen.

Das unser Plastikmüll ein Problem ist, wissen wir schon lange. Es gelangt in die Meere, damit in unsere Nahrungskette und kann schon in unserem Blut nachgewiesen werden. Pro Stunde werden laut der Meeresschutzorgnisation Oceana 675 Tonnen Müll in die Meere gekippt, davon ist die Hälfe Plastikmüll. Eine unvorstellbar und unfassbar große Zahl. In meiner neuen Lektüre „Das Ozean Buch -Über die Bedrohung der Meere“ von Ether Gonstalla finden sich noch deutlichere Szenarien, wie sich unsere Plastikmüllproblem in den nächsten Jahren entwickeln wird. Derzeit wird der Plastikmüll auf 150 Millionen Tonnen im gesamten Ozean geschätzt. Bleibt die Verschmutzung gleichbleibend hoch wie jetzt, werden schon 2025 auf 3 Tonnen Fisch in etwa 1 Tonne Plastik in den Meeren schwimmen. 2050 kann man erwarten, dass es mehr Plastik als Fische im Ozean geben wird.

Wenn ich mal wieder beim Discounter einkaufen war, ärgere ich mich jedes Mal maßlos über den Verpackungsmüll beim Obst und Gemüse und über mich selbst. Alles ist in Folie verpackt, sogar die Bundmöhren? Warum machen die das? Und warum bin ich nicht zum Wochenmarkt gefahren? Auch wir als Familie und ich als Haupteinkäuferin schaffe keinen Verpackungsfreien Einkauf. Es ist fast alles irgendwie mit Plastik eingepackt und es ist ein zusätzlicher Kraftakt neben gesunden, regionalen und fairen Produkten dann auch noch plastikfrei einzukaufen. Der erste Schritt ist wie immer die Erkenntnis und der zweite eine langsame Schritt für Schritt Umstellung zu versuchen. So wie es für euch im Familienalltag möglich ist, ohne den Anspruch der perfekten Umsetzung.

Hierzu ein paar Tipps von Greenpeace. Oder wenn ihr noch mehr erprobte Ideen zum plastikfreien Leben braucht, kann ich euch die Bücker “ Besser leben ohne Plastik“ und „ Noch besser leben ohne Plastik“ ans Herz legen. Die Bücher sind wirklich genial zum Thema!

Der Wochenmarkt ist dafür eine Alternative und eine andere ist der Laden „Unverpackt“ in Lübeck mit dem Slogan „lose, nachhaltig, gut“. Der Laden ist etwas versteckt in einer Seitenstraße der Innenstadt zu finden und auch von den Räumlichkeiten klein und überschaubar. Dennoch gibt es jede Menge Produkte bei Wiebke Euler, die das Konzept nach Lübeck gebracht hat, lose zu kaufen. Über Getreide, Nüsse, Müsli und Co., Backzutaten, Kaffee, Tee, Gewürze, Öle, bis hin zu Hygieneartikel und Putzmittel. Besonders angetan haben es mit die Zahnbürsten von Hydrophil, leider habe ich keine mitgenommen.

Aber wie funktioniert das Konzept denn nun ohne Verpackungen. Ganz einfach, man bringt seine eigenen Behälter einfach mit oder Dosen und Gläser können auch bei Wiebke gekauft werden. Du bestimmst zuerst das Leergewicht und füllst die gewünschten Lebensmittel in deinen Behälter ab. An der Kassenwaage wird erneut gewogen und er Preis ausgerechnet. Fertig! Wir haben erstmal Cornflakes für den großen Forscher gekauft und eine Baumwollbeutel von Naturtasche.de für lose kleinere Gemüsesorten. Die Naturtaschen gibt es in verschiedenen Größen und können natürlich immer wieder verwendet werden.

Ich persönlich finde das Prinzip eines Ladens für unverpackte Lebensmittel klasse und hoffe es wird sich durchsetzen können im Zeitalter der Discounter. Leider gibt es in unserer näheren Umgebung keinen „Unverpackt“ Laden, sodass ich auf den Wochenmarkt oder Biomarkt zurückgreife. Allerdings gibt es bei uns auch einen Online Wochenmarkt Pielers.de. Dies ist eine Plattform, wo regionale Hersteller ihr Produkte einstellen können und ich als Kunde kann mir eine Box mit meinen gewünschten Lebensmitteln zusammenstellen und an bestimmten Abholstationen liefern lassen oder auch direkt zu mir nach Hause. Ich habe diese Variante auch schon ausprobiert und finde das eine klasse Alternative.

Soweit zu meinen Gedanken zum plastikfreien Einkaufen. Für das nächste Jahr möchte ich versuchen noch mehr Lebensmittel plastikfrei einzukaufen, damit wir endlich weniger der gelben Säcke an die Straße stellen können. Ob es gelingt weiß ich nicht, denn es ist wie immer ein Familienexperiment.

In diesen Sinne wünsche ich euch ein schönes Weihnachtsfest und viele plastikfreie Geschenke 😉

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