Stichtag Rhabarberernte – …jetzt aber schnell…

Morgen ist der  24. Juni und laut Kalender Johanni oder Johannestag. Das bedeutet für den Rhabarber ist morgen der letzte Erntetag.

Wir haben im letzten Jahr unseren ersten Rhabarber im Garten gepflanzt und konnten dieses Jahr schon die ersten roten Stangen (1kg) ernten. Im ersten Jahr sollte man das Stielgemüse noch nicht ernten und auch im Folgejahr eher sparsam beim Ernten vorgehen, damit die Pflanze ihre volle Wuchskraft entfalten kann. Wir haben uns für die Sorte Holsteiner Blut entschieden, der milder im Geschmack ist, durch seinen relativ hohen Zuckeranteil. Es gibt aber eine Vielzahl anderer Rhabarbersorten. Schau dich mal in einer Gärtnerei oder Baumschule um und lass dich beraten.

Hier meine FoodForschertipps:

  • Du hast die passende Sorte für dich gefunden!  Dann pflanze dein Stielgemüse an einem sonnigen und nährstoffreichen Ort in deinem Garten ein.
  • Im ersten Jahr wird noch nicht geerntet und im zweiten vorsichtig!
  • Rhabarberstangen werden rausgedreht, bitte nicht abschneiden.
  • Nur bis zum 24. Juni ernten und immer ein paar Stangen stehenlassen.

Nach Johanni sollte der Rhabarber aufgrund des steigenden Oxalsäuregehalts (500-1000 mg/100g) nicht mehr gegessen werden. Die meiste Oxalsäure enthalten zwar die Blätter des Rhabarbers, allerdings ist ein hoher Verzehr an Oxalsäure giftig und gesundheitsschädlich für unseren Körper. Im Vergleich haben Kartoffeln einen Oxalsäuregehalt von ca. 80 mg pro 100g Portion.

Randnotiz; Oxalsäure (C2H2O4) ist eine Dicarbonsäure, deren Salze als Oxalate bezeichnet werden. In der Natur kommen Oxalate hauptsächlich als Verbindung mit Natrium-, Kalium-, Magnesium- und Ammoniumionen vor und existieren in unterschiedlicher Konzentration in jeder Pflanze. Neben Rhabarber bilden unter anderem auch Spinat, Sauerampfer und Mangold höhere Mengen an Oxalaten. Der Körper selbst bildet ebenfalls bei Stoffwechselprozessen Oxalate durch den Abbau von Aminosäuren und Ascorbinsäure.

Zu hohe Konzentrationen von Oxalaten (> 50mg) im Körper können jedoch gesundheitsschädlich und giftig bis tödlich (4-5g) sein.

Oxalate werden vom Körper über den Darm und durch die Nieren ausgeschieden. Zu hohe Mengen in den Nieren können zum Beispiel zu Nierensteinen führen. Oxalate binden sich zudem an Calcium aus den Nahrungsmittel, die wir essen, und bilden Calciumoxalate (einem unlöslichen Komplex). Dieses gebundene Calcium steht dem Körper nicht mehr zur Verfügung, weshalb Oxalate auch als Mineralstoff- und Spurenelementräuber bezeichnet werden.

Hier findet ihr Tipps zum richtigen Verzehr von oxalathaltigen Lebensmitteln.

Falls ihr es also, so wie ich, nicht rechtzeitig schafft den Rhabarber nach der Ernte zu verarbeiten, weil mal wieder tausend andere Sachen erledigt werden wollen, friere ihn ganz einfach ein! So kannst du später immer noch leckere Marmelade machen, Rhabarberkuchen backen oder Muttis Kompott kochen.

Wir hatten dieses Jahr Glück! Eine liebe Freundin hat uns Rhabarber-Erdbeermarmelade geschenkt. An dieser Stelle herzlichen Dank! Wir werden sie genießen. Vielleicht schaffe ich es im nächsten Jahr auch wieder selbstgemachte Marmelade zu kochen, dann kann der kleine Entdecker schon mithelfen ;-).

Habt ihr es noch rechtzeitig geschafft eure roten oder grünen Stangen zu ernten? Was habt ihr denn leckeres gezaubert oder schlummert der Rhabarber auch bei euch im Tiefkühler? Erzählt doch mal!

P.S. Unser eingefrorener Rhabarber kommt auf einen leckeren Kuchen mit einem ordentlichen Klecks Sahne dazu. Der Kuchenduft steigt mir schon förmlich in die Nase…

Weitere Beiträge

1 Kommentar

  1. Ich hoffe, dass ich meinen nächstes Jahr wieder ernten kann. Wir haben ihn umgesetzt und er wurde zusätzlich etwas malträtiert. Dieses Jahr bin ich auf Himbeerrhabarber vom Markt ausgewichen – es wurde Erdbeermarmelade draus… Grütze (Rhabarber mit ein wenig Banane und Vanille einkochen lassen) schmeckt aber auch ganz toll…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Optionally add an image (JPEG only)