Nachhaltig leben

Nachhaltig als Familie zu leben und zu handeln finde ich gar nicht so einfach im oft stressigen Alltag. Wir wohnen zum Beispiel recht ländlich und haben keinen Biofleischer um die Ecke. Deshalb kaufe ich auch Fleischprodukte in unserem Supermarkt, die dann zwar in Bioqualität vorhanden sind, aber natürlich in Plastik verpackt sind. Ich muss mich also entscheiden, ob ich Bio oder plastikfrei einkaufe. Was ist in diesem Fall also besser für die Umwelt?

Was ist aber überhaupt die Umwelt. Und was impliziert der Begriff Umwelt eigentlich?

Wenn man im Duden nachliest, werden genau zwei Definitionen angegeben;

  1. Der Begriff Umwelt beschreibt, auf ein Lebewesen einwirkende, seine Lebensbedingungen beeinflussende Umgebung.
  2. Der Begriff Umwelt beschreibt, Menschen in jemandes Umgebung  (mit denen jemand Kontakt hat, in einer Wechselbeziehung steht).

Das klingt schon ziemlich abstrakt, obwohl wir darin tagtäglich leben. Mir fehlt da irgendwie das Gefühl in diesen Definitionen. Was ist für mich Umwelt, was oder wer begegnet mir jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit, zum Kindergarten oder zum Einkaufen. Ist es eine Allee aus Bäumen, ein kleiner See oder der Kioskverkäufer, der euch jeden Morgen die Zeitung verkauft.

Was ich sagen möchte ist, dass jeder von uns einen Lieblingsplatz hat. Draußen in der Natur, an dem man alle Alltagssorgen vergessen kann und zur Ruhe kommt bzw. auftanken kann. Bei mir war und ist es das Meer wie ihr oben am Beitragsbild schon gesehen habt. Ich sitze am liebsten früh morgens auf der Steinkante und gucke aufs Wasser. Meistens sind so früh morgens kaum Menschen da, man ist allein. Außer der Wind, der ist fast immer da und pustet einem die vielen unwichtigen Gedanken aus dem Kopf bis man wieder klar denken kann.

Das Meer gehört zu meiner Umwelt und ich will es natürlich schützen. Allerdings werden jede Stunde 675 Tonnen Müll ins Meer gekippt. Jede Stunde und die Hälfte von diesem Müll ist Plastik. Eine unvorstellbare große Zahl und Menge, die mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht. Die Meerestiere fressen diesen Müll und verhungern qualvoll. Mikroplastik ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde und landet schon auf unseren Tellern.

Ja, das haben wir alle schon mal irgendwo gehört oder gelesen. Und ja, irgendwie wissen wir das auch. Eigentlich?!

Aber warum tun wie nichts aktiv, um die Umwelt in der wir leben zu schützen? Eine Frage, die sich jeder selbst beantworten muss bzw. kann. Ich selbst würde gerne viel mehr tun, aktiv sein und mich einsetzen für den Umweltschutz. Aber auch ich habe viele Gründe, die es nicht immer ermöglichen oder zulassen.

Natürlich gehören zu meiner Umwelt auch Menschen. Meine Familie, meine Freunde, meine Kollegen, auch die nette Verkäuferin auf dem Wochenmarkt, die mir immer einen Apfel für die Kinder umsonst mitgibt. Klar, die fallen mir sofort ein. Es gehört aber auch die Näherin aus Bangladesch dazu, die meine Jeansjacke genäht hat und der Bananenpflücker aus Costa Rica, der sich tagtäglich dem Pflanzenschutzmittel aussetzt oder das Burgerfleisch auf unserem Teller aus Brasilien. Auch hier stehen wir doch in einer Wechselbeziehung zueinander, oder?

Was ich an dieser Stelle nicht machen möchte, ist den moralischen Zeigefinger heben, sondern die Dinge benennen und euch zeigen, wie ihr eurem Alltag im kleinen nachhaltiger und fairer gestalten könnt. Ich möchte in dieser Rubrik über verschiedene Themen berichten und euch ein paar Tipps mitgeben, die ihr ausprobieren könnt. Vielleicht verändert ihr sogar ein paar Dinge bei euch zu Hause oder behaltet die Fakten im Hinterkopf.

Zurück zu meinem Anfangsbeispiel. Ich entscheide mich in den meisten Fällen für die Biovariante. Wenn ich Fleisch kaufe, dann unter fairen Tierbedingungen und mit möglichst wenig Zusatzstoffen, auch wenn das Plastikmüll bedeutet. An anderer Stelle versuche ich Müll zu reduzieren und kaufe jedes Jahr ein achtel Rind und bevorrate so unseren Jahresbedarf an Fleisch. Es ist immer und für jeden ein Kompromiss.

Jeder allein kann also nicht die Welt retten, aber viele Menschen können zusammen in die richtige Richtung gehen. Also lass uns zusammen losgehen!

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