Handmade Fettuccine – Hier wird jede Hand gebraucht!

Am vorletzten Wochenende habe wir uns endlich an unser schon lange geplantes Projekt, Nudeln selber zu machen, herangetraut. Wir hatten vor langer Zeit schon einmal einen Versuch gewagt, aber seit dem verstaubte unsere Nudelmaschine im Schrank. Schade eigentlich! Denn die selbstgemachten Nudeln sind lecker und fördern den Familienteamgeist.

Aber zunächst brauchten wir erstmal ein Rezept für den Nudelteig. 600g Mehl und 6 Eier !!! Ja, es ist so einfach. Deshalb braucht man wohl für selbstgemachte Nudeln weniger ein gutes Rezept, sondern viel mehr den Mut es selber auszuprobieren. Eine Nudelmaschine ist dafür nicht zwingend notwendig, denn den ausgerollten Teig könnt ihr später auch einfach mit einem scharfen Messer in schmale Bandnudeln schneiden.

Wir haben unser Schätzchen aber im Schrank stehen und nutzen es viel zu sporadisch. Dennoch sind selbstgemachte Nudeln trotz des einfachen Rezeptes nicht so mir nichts dir nichts gemacht. Ich versuche die einzelnen Schritte mal der Reihe nach auf das Papier zu bringen.

1. Das Mehl (600g) wird in eine Schüssel gefüllt und eine Mulde für die Eier hineingedrückt. Nun könnt ihr nacheinander die 6 Eier dazugeben und entweder per Hand oder mit Hilfe der Küchenmaschine den Teig grob verkneten. Wenn ihr die Küchenmaschine nutzt, knetet den Teig nur bis er krümelig wird und nehmt ihn dann aus der Maschine heraus. Ab jetzt ist Handarbeit angesagt, damit der Teig schön geschmeidig wird. Und ich sage euch, dass dauert seine Zeit, ist anstrengend und macht Muckis. Mein Mann und ich haben uns abgewechselt bei der schweißtreibenden Arbeit ;-). Wenn der Teig dann so wie unten auf dem Bild ausschaut, ist er fertig und darf sich für einen halbe Stunde im Kühlschrank (mit Frischhaltefolie einwickeln) ausruhen.

2. Jetzt geht es ans Ausrollen! Nehmt vom Hauptteig immer ein orangengroßes Stück Teig ab und rollt es grob vor oder drückt es mit der Hand flach, damit es in die Nudelmaschine überhaupt passt. Bei einer Nudelmaschine gibt es verschiedenen Stufen zur Einstellung der Dicke des Nudelteigs. Ihr fangt mit der dicksten Stufe an und dreht den Teig in dieser Stufe 8 Mal durch. Wichtig dabei ist das Falten in der Mitte nach jedem Durchdrehen, damit der Teig geschmeidiger wird. Beim ersten Nudeln machen, habe wir das nicht so akribisch gemacht und das Ergebnis war wirklich nicht so gut wie bei diesem Versuch. Die Nudeln sind richtig toll geworden.

3. Der Nudelteig muss jetzt aber noch viel dünner ausgerollt werden, dafür arbeitet ihr euch von Stufe zu Stufe bei eurer Nudelmaschine weiter vor, bis der Teig ungefähr 2-3 mm dünn ist (Stufe 3). Zwischendurch immer etwas Mehl drüber stäuben. Für uns war das mit dieser Teigstärke das beste Nudelergebnis. Wir haben den Teig bei jeder Stufe nur noch einmal ausgerollt! Ansonsten braucht man ja auch mehrere Tage ;-)). Ob ihr das auch mit einem Teigroller so dünn hinbekommt, weiß ich gar nicht. Etwas dicker werden die Nudeln sicher auch gut schmecken.

4. Wenn jetzt alle Familienhänden den dünnen Teig halten, könnt ihr eure gewünschten Nudeln mit dem entsprechenden Aufsatz herstellen. Das finden die Kinder immer super spannend, wenn aus der Nudelmaschine die echten Spagetti kommen. Wir haben also die Lieblinge namens Spagetti und die Fettuccine gemacht. Fettuccine heißt auf Italienisch „kleines Band“ und sind demnach eine Art von Bandnudeln.  Wenn die langen Dinger jetzt aus der Maschine kommen, habe ich sie zu kleinen Nestern gedreht (immer so 5-6 Nudeln) und auf einem Küchentuch zwischengelagert. Am Ende sind dann alle portionsweise im Tiefkühler gelandet. Bei Bedarf könnt ihr so viele Nudeln wie ihr braucht einfach ins heiße Nudelwasser geben und fertig!

Irgendwie wollte ich gar nicht so viel dazu schreiben. Aber es war doch auch aufwendig und zu aufwendig unseren wöchentlichen Nudelbedarf zu decken. Aber ein schönes Wochenendprojekt für die ganze Familie. Das der Küchenboden als solches nicht mehr zu erkennen ist und durchaus Rutschgefahr besteht, brauche ich euch nicht zu erzählen. Das ab und zu etwas Mehl daneben fällt, versteht sich von selbst. Der Spaß soll wie immer im Vordergrund stehen. Ganz nebenbei schmecken die Nudeln aber auch sehr lecker. Etwas Gutes Olivenöl und Parmesan dazu, mehr braucht es nicht.

Habt ihr schon mal Nudeln gemacht oder traut ihr euch jetzt nach meinen Erfahrungen?! Nur Mut!!

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