Essenspläne – Sind Kochboxen familientauglich? Das Septemberprojekt!

Mein Septemberprojekt sind diesmal Essenspläne in den Familienkochalltag zu integrieren. Eigentlich habe ich damit schon im August angefangen die ersten Pläne aufzuschreiben und danach zu kochen, aber richtig eingespielt hat es sich erst jetzt. Für uns haben sich ein paar echte Vorteile herauskristallisiert.

Ich fand es ohne Wochenplan immer furchtbar anstrengend mir jeden Tag zu überlegen, was wir denn heute für eine warme Mahlzeit essen können. Dann hat man die Hälfte der Lebensmittel, die man benötigt nicht im Haus und muss mit Sack und Pack und Baby noch mal eben schnell zum Einkaufen fahren. Mich hat das gestresst und dazu geführt, dass ich überhaupt keine Lust mehr hatte zum Kochen. Es gab also häufig das gleiche auf dem Mittagstisch, Pfannkuchen, Nudeln mit Soße und nicht zu vergessen Fischstäbchen. Nicht, dass es diese Essen jetzt nicht mehr bei uns gibt, aber sie werden weniger häufig oder abgewandelter gegessen. Dadurch, dass sich mein Mann und ich uns jeden Freitag zusammensetzen und die Woche mit Gerichten planen und dann praktischerweise auch noch gleich die Einkaufsliste fertig machen, habe ich deutlich weniger Stress in der Woche. Es sind alle Lebensmittel im Haus, bis auf frisches Obst und Gemüse, welches wir in der Woche nochmal beim Wochenmarkt nachkaufen. Ein Pluspunkt ist auch, dass man sich mit dem Partner abstimmen kann, ob und wann er mal das Mittagessen übernehmen kann, was im Alltagstrubel schnell unmöglich wird.

Für die Kinder hat der Essensplan auch echte Vorteil, denn sie können mitbestimmen und sagen, was sie gerne essen möchten. Bei uns gibt es einmal die Woche dann das Lieblingsessen des großen Forschers. An Tagen wo er nicht mit uns zusammen isst, können wir dann mal Gerichte kochen, die wir Erwachsenen gerne mögen. Ich fühle mich deutlich entspannter, wenn ich morgens auf unseren Plan schaue und weiß, ach ja heute gibt es Ofengemüse mit Sonnentalern vom Blech. Wir haben alles im Haus dafür und ich muss es nur auf das Blech schnippeln und in den Backofen schieben. Ich finde es ist wirklich ein richtige Erleichterung für den Familienalltag.

Ich überlege gerade, ob mir auch Nachteile einfallen….nicht so richtig. Der Plan gibt einem natürlich eine richtige Struktur vor. Wer sich lieber jeden Tag neu entscheiden möchte, worauf er Hunger hat, braucht diesen Plan nicht, obwohl man natürlich die Gerichte auch tauschen kann. Man muss sich nicht akribisch an den Ablauf halten. Wir streichen auch mal das eine oder andere Gericht, wenn noch zu viel vom Vortag übrig geblieben ist oder bauen einen Restetag am Ende der Woche ein. Ich kann es euch nur empfehlen mal auszuprobieren.

Ich bin auch wieder viel kreativer in der Küche geworden, weil ich mir einmal in der Woche Zeit nehme nach leckeren Gerichten zu schauen und baue dann ein bis max. zwei neue Gerichte mit ein. So haben wir schon ein paar leckere neue Lieblingsrezepte dazugewonnen. So sieht unsere Wochenplan für diese Woche aus…

Weitere Anregungen für Essenspläne habe ich bei kinderkommtessen.de gefunden. Hier gibt es eine ziemlich große Auswahl an leckeren Gerichten, da kommt man ganz schön ins Stöbern. Es gibt sogar eine schöne Vorlage zum Downloaden für einen Planer. Das ist so ziemlich der einzige Blog, den ich zu Familienessen noch gefunden habe.

Hier noch einmal meine Foodforschertipps zum Projekt Essenpläne:

  • Besorgt euch eine Tafel oder selbstklebende Tafelfolie (es gibt mittlerweile sogar schon magnetische Tafelfolie) und bringt sie an einem gut sichtbaren Platz für alle an.
  • Bringt für eure Kinder auch gleich eine kleine Tafel zum Malen und Schreiben an, denn sie wollen ja auch wie die Großen wichtige Sachen aufschreiben ;-).
  • Plant an einem Tag das Essen für die gesamte Woche und schreibt im Zuge dessen gleich die Einkaufliste auf. Das spart in der Woche enorm Zeit!
  • Probiert ein bis max. zwei neue Gerichte in der Woche aus, da dies beim Kochen mehr Zeit in Anspruch nimmt.
  • Besprecht einen festen Termin in der Woche, wo der Partner oder Eltern/Schwiegereltern etc. das Kochen übernehmen kann/können.
  • Ausnahmen bestätigen die Regel. Tauscht, schiebt oder streicht Mahlzeiten, wenn euch etwas dazwischen kommt. Der Plan soll nur eine Richtung im Alltagstrubel sein und kein zusätzlichen Stress auslösen!
  • Macht mal Pause vom Planen in den Ferien zum Beispiel. Da habt ihr mehr Zeit, wollt spontan etwas mit der Familie unternehmen oder seid im Urlaub.

So, lange Rede kurzer Sinn….ran an die Tafeln. Viel Spaß!

 

Jetzt möchte ich euch noch meine Erfahrungen zum zweiten Teil der Überschrift berichten, die Kochboxen von HelloFresh. Wir haben jetzt zwei Boxen mit je drei Gerichten ausprobiert und ich bin hin- und hergerissen, wie ich das ganze Konzept jetzt eigentlich finde. Aber alles der Reihe nach…

Es ist Donnerstagmittag und ich habe gerade den großen vom Kindergarten abgeholt. Bis jetzt war noch niemand mit der heißersehnten Box an der Tür, aber am vereinbarten Platz hinterm Haus entdecke ich sie dann. Ganz schön schwer…sind ja aber auch drei Gerichte drinnen. Es ist ein kleines bisschen so wie ein unerwartetes Paket zu bekommen und ich freue mich es endlich auszupacken. Oben drauf die schöne Rezeptmappe und dann die Lebensmittel in drei Papiertüten geordnet nach dem jeweiligen Gericht. Lebensmittel die gekühlt werden müssen sind extra eingepackt und wirklich sehr kalt. Das Gemüse sieht frisch aus, bis auf die Kräuter, die sind schon schlapp. Der erste Eindruck ist aber überzeugend und vermittelt auch das Gefühl von Professionalität und Lifestyle.

Das erste Essen gibt es dann Abends, wie geplant zu zweit mit meinem Liebsten. Schweinefilet mit Ofenkartoffeln und Pesto. Hört sich lecker an, deshalb haben wir es ja auch ausgesucht, jetzt kommt aber ein großes ABER. Das Fleisch war furchtbar zäh, sah nicht nach einem Filetstück aus und kam laut Verpackung aus Spanien. Mit Ofenkartoffeln kann man nichts falsch machen, aber insgesamt war das Essen langweilig. Lediglich das Pesto war super…mit dem Basilikum aus Israel, was moralisch kaum vertretbar ist, wenn ein riesiger Busch im Kräuterbeet wächst. Die Gerichte wurden dann immer besser, waren aber auch alle vegetarisch.

Um den Artikel nicht noch länger werden zu lassen, liste ich euch meine Vor- & Nachteile von Kochboxen auf.

Kochbox-Vorteile;

  • In der Kochbox sind alle Lebensmittel für die Gerichte enthalten, ihr müsst nicht also nicht mehr extra einkaufen und bekommt alles vor die Haustür geliefert. Das spart Zeit!
  • Die Lebensmittel sind gut verpackt und frischer als erwartet.
  • Der Verpackungsmüll ist gering, da Obst und Gemüse nicht noch einmal extra in Folie verpackt werden.
  • Die Rezepte sind mit Hilfe der step by step Anleitungen einfach und schnell nach zu kochen. Der zeitliche Aufwand richtet sich natürlich nach dem jeweiligen Gericht und variiert.
  • Die Gerichte schmecken lecker und sind aus vielfältigen und gesunden Lebensmittel zusammengestellt.
  • Wie haben viele neue Sachen (Zutaten und Essensvariationen) ausprobiert

Kochbox-Nachteile;

  • Das Fleisch (Hähnchenbrust und Schweinefilet) hat uns nicht geschmeckt und wird aus Frankreich bzw. Spanien importiert. Es sind keine regionalen Produkte.
  • Auch viele der anderen Lebensmittel kommen aus der ganzen Welt, Basilikum aus Israel, Erbsen aus Kenia. Die Kochbox schneidet deshalb CO2 technisch aus unserer Sicht schlecht ab. Auch hier fehlt es mir an Regionalität. Zucchini und Gurken bekomme ich zu dieser Zeit auf dem Wochenmarkt quasi hinterhergeschmissen.
  • Der Verpackungsmüll ist für mich zu hoch, obwohl auf Folie verzichtet wird, hat man doch einen beträchtlichen Teil an Altpapier zuhause, der zum Einen die Papiertonnen schnell füllt und zum Anderen den Regenwald schneller abholzen lässt. Vorsicht, Papier ist nicht immer die bessere Alternative! Gehe ich auf den Markt, habe ich meine Taschen und Körbe dabei = Kein Müll.
  • Die Gewürzmischungen für die Gerichte sind mir zu intensiv und teilweise überwürzt. Das ist aber sicherlich bei jedem Geschmackssache. Ich würze meine Gerichte lieber selber am Tisch nach, dann weiß ich was drinnen ist.
  • Kochboxen sind kein Kinderessen. Unser Großer hat jedes Essen verschmäht und ich musste immer Alternativen kochen, das ist für eine Familie viel zu aufwendig. Bei jedem Essen gabt es Zutaten, die er auf keinen Fall essen wollte.
  • Im Vergleich zu meinen Gerichten finde ich die der Kochboxen ziemlich kostspielig. Pro Person und Essen haben wir 7€ bezahlt. Mit Fleischbeilage finde ich das in Ordnung, allerdings für vegetarische Gerichte zu teuer. Auf dem Wochenmarkt bekommt man saisonales Gemüse sehr viel günstiger. Es wird natürlich Verpackung, Transport und auch das Konzept bezahlt. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, ob es das Geld wert ist.

Mein Fazit zu den Kochboxen ist, dass ich sie praktisch und stylish finde. Sie treffen den Nerv der Zeit in puncto Kochen und gesund essen, sind variationsreich und schmecken lecker. Für Familien mit kleinen Kindern finde ich die Gerichte zu speziell und damit zu aufwendig, da Alternativen nötig sind. Sind die Kinder größer kann ich mir das Konzept Kochbox im Wochenplan viel besser vorstellen. Bei mir sind Pro und Contra ausgeglichen und wir werden noch mal weiter mit der Kochbox experimentieren…

Habt ihr auch schon Kochboxen ausprobiert? Was denkt ihr dazu?

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